EUROVIA erhält Auftrag für Fahrbahnerneuerung der A6 mit CO2-Ausstoß als wichtiges Wertungskriterium
Die Autobahn GmbH des Bundes treibt die Nachhaltigkeit im Verkehrssektor weiter voran. Als einer der größten Infrastrukturbetreiber Deutschlands trägt sie eine besondere Verantwortung – insbesondere im Hinblick auf die nationalen Klimaziele. Deshalb fließt bei immer mehr Ausschreibungen die Menge der verursachten CO₂-Emissionen als Wertungskriterium in die Vergabe ein. Inzwischen macht dieser Faktor mitunter bis zu 30 Prozent der Gesamtbewertung aus.
Bauprojekte
EUROVIA konnte bereits bei ersten Projekten in Baden-Württemberg Erfahrungen bei Ausschreibungen mit CO2-Ausstoß als Wertungskriterium sammeln. Diese flossen nun erfolgreich in die Bewerbung für die Fahrbahnerneuerung der A6 zwischen den Anschlussstellen Rohrbach und St. Ingbert-West ein. Den Zuschlag erhielt die Management Unit Neunkirchen der EUROVIA Business Unit Rhein-Saar von der Außenstelle Neunkirchen der Autobahn GmbH, Niederlassung West.
Nachhaltigkeit durch emissionsarme Baustoffproduktion
„Der zentrale Hebel für mehr Nachhaltigkeit im Straßenbau liegt in der Reduzierung von Treibhausgasen bei der Herstellung von Baustoffen wie Asphalt, Beton, Stahl und Gesteinskörnungen“, erklärt Johannes Grünewald, Leiter des Geschäftsbereichs Bau und Erhaltung in der Außenstelle Neunkirchen der Autobahn GmbH des Bundes. Eine zentrale Herausforderung sei dabei die valide und vergleichbare Ermittlung der CO₂e-Emissionen für Asphaltmischgut – basierend auf Faktoren wie Herkunft der Ausgangsstoffe und Energiequellen in der Mischanlage.
Dabei wurde eine Webanwendung der Sustravia GmbH genutzt, mit der sich die Gesamtemissionen durch vollständige Eingabe aller Komponenten berechnen lassen. EUROVIA musste das Ergebnis dieser Berechnung als Teil des Angebots einreichen.
200 Tonnen CO₂ durch Biobrennstoff eingespart
Die Management Unit Neunkirchen nahm die Herausforderung an, die Sanierung der A6 möglichst emissionsarm umzusetzen. Gemeinsam mit Sven Gohl, Geschäftsführer der Makadamlabor Schwaben GmbH, wurde die Asphaltproduktion optimiert. „Wir haben mehrere Stellschrauben“, erläutert Patrick Wilfert, Leiter der Management Unit Neunkirchen. „Es spielt eine Rolle, wie das Material gelagert wird. Der wichtigste Hebel ist allerdings der Brennstoff. Wir nutzen hier etwa einen Biobrennstoff statt des normal üblichen Braunkohlestaubs.“ Dadurch ließen sich allein über 200 Tonnen CO2 einsparen.
Wichtig für das Projekt war auch, dass temperaturabgesenkter Asphalt eingebaut werden sollte. Dabei handelt es sich um Asphalt, dessen Temperatur etwa 30 Grad geringer ausfällt als bei herkömmlichem Asphalt. Dies war bereits von der Autobahn GmbH in der Ausschreibung vorgegeben, um das Projekt nachhaltig zu gestalten.
Erfolgreiche Umsetzung der Deckensanierung zwischen August und Oktober 2025
Die Erfahrungen, die EUROVIA bei anderen Projekten in Baden-Württemberg bereits sammeln konnte, zahlte sich aus: EUROVIA konnte sowohl beim Kriterium CO2 als auch beim Preis überzeugen und die Ausschreibung für sich gewinnen.
Seit dem 1. August 2025 sind nun die Kollegen aus Neunkirchen vor Ort, um das Projekt umzusetzen: Insgesamt soll zwischen der Anschlussstelle Rohrbach und der Anschlussstelle St. Ingbert-Mitte im Saarland die Fahrbahndecke auf 4,6 Kilometern bzw. 55.000 Quadratmetern erneuert werden. Dabei sollen 4.000 Tonnen Asphalttragschicht, 11.000 Tonnen Asphaltbinder und 5500 Tonnen splittreicher Asphaltbeton als Deckschicht eingebaut werden.
Ende Oktober sollen dann die Arbeiten für das Projekt fristgerecht abgeschlossen sein. Das Besondere: Für das Projekt gilt eine Bonus-Malus-Regelung. Das heißt konkret: Überschreitet EUROVIA den CO2-Ausstoß, drohen Strafzahlungen. Stößt EUROVIA weniger CO2 aus als geplant, wird dies mit einem Bonus belohnt. „Das schafft natürlich einen Anreiz, noch weiter CO2-Emissionen einzusparen“, so Wilfert.
EUROVIA setzt alles daran, das Projekt möglichst nachhaltig umzusetzen. Patrick Wilfert fasst zusammen: „Die A6 zeigt, dass Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch sind. Es ist ein großer Erfolg, dass wir unseren Beitrag leisten können – für eine lebenswerte Zukunft kommender Generationen.“