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Neue Schleusen für denkmalgeschützten Finowkanal

Der Finowkanal im Nordosten Brandenburgs ist mit seinen mehr als 400 Jahren die älteste künstliche Wasserstraße Deutschlands. Doch ein Großteil der Schleusen ist in einem schlechten baulichen Zustand. Jahrelang wurde nach Lösungen gesucht, wie man die historischen Schleusen retten könnte.

  • Bauprojekte

Der Bund und das Land Brandenburg haben sich schließlich bereit erklärt, einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe bereitzustellen, um die Schleusen zu sanieren. Bei den Bauvorhaben sollen zuerst die sechs westlichen Schleusen saniert beziehungsweise erneuert werden, später die restlichen sechs Schleusen.

Am 17. Februar 2023 erfolgte der symbolische Spatenstich an der Schleuse Ruhlsdorf für das Gesamtprojekt. Der Zweckverband Region Finowkanal beauftragte die drei Firmen EUROVIA, Niederlassung Lindow, Otto Mette Wasserbau und Groth & Co. Bauunternehmung Neustrelitz mit der Sanierung beziehungsweise dem Ersatzneubau der Schleusen in Ruhlsdorf, Leesenbrück und Grafenbrück und der Leitzentrale Zerpenschleuse. Die Schleusen Schöpfurth, Heegermühle und Wolfswinkel sollen ebenfalls bis 2025 saniert werden, die Auftragsvergabe steht allerdings noch aus.

Mit dem Projekt soll auch der Wassertourismus der Region gestärkt werden. Der rund 32 Kilometer lange Finowkanal ist sowohl bei Wassersportlern als auch bei Touristen als Naherholungsgebiet beliebt. In der Zeit der Erneuerung der Schleusen kann der Finowkanal nicht durchgängig befahren werden. Die Bootsfahrerinnen und -fahrer müssen mit Einschränkungen rechnen.

Eine große Herausforderung bei dem Projekt ist der Denkmalschutz. Historische Bauelemente wurden und werden deshalb so weit wie möglich integriert, um den historischen Zeitgeist der teils über 150 Jahre alten Schleusen zu erhalten.

Die neuen Schleusen sind für eine Lebensdauer von mindestens 80 Jahren konzipiert und mit elektrischen Antrieben für den selbstbedienten automatisierten Betrieb ausgerüstet. Auch das ist neu, denn die baufälligen Schleusen wurden bisher per Handkurbel bedient. Mit ihrer Arbeit sichern also die beteiligten Bauunternehmen, dass sowohl Wassersportbegeisterte als auch Naherholungssuchende auch in Zukunft den denkmalgeschützten Finowkanal befahren können.

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