

Instandsetzung eines Wehrpfeilers am Eidersperrwerk in Tönning
Mit Hilfe eines Schwimmkrans wurde am 12. April eine 70 t schwere Stahlplattform, die zuvor durch die extra verbreitete Schleusendurchfahrt am Eidersperrwerk in Tönning eingeschwommen worden war, von der Nordsee auf die Binnenseite der Wehrs gehoben. Grund für dieses komplizierte Unterfangen ist der Auftrag an die Niederlassung Bauwerksinstandsetzung der EUROVIA Beton GmbH, den Korbbogen am Wehrpfeiler 1 instandzusetzen. Wie an den anderen Pfeilern auch, ist der Beton hier stark gerissen und muss erneuert werden. Die Arbeiten am Korbbogen des ersten Wehrpfeilers sind damit ein „Pilotprojekt“ für die folgenden Instandsetzungen der restlichen sieben Pfeiler.
Die 16 m breite, neun m tiefe und acht m hohe Plattform in der Größe eines Zweifamilienhauses wird in den nächsten Tagen durch erfahrene Taucher in sechs m Tiefe in der Stahlbetonsohle verankert. Sie dient später als Arbeitsplattform für einen Höchstdruckwasserstrahl-Roboter, der im Mai die Stahlbetonschale des Pfeilkorbes von unten nach oben abträgt. Das Abbruchgut wird verklappt. Anschließend wird die Bewehrung mittels eines eigens hierfür entwickelten Betons erneuert. Außerdem wird ein kathodisches Korrosionsschutzsystem eingebaut, bei dem Schwachstrom auf die Bewehrung gelegt und dadurch ein Austreten der Eisenionen verhindert wird. Ende August soll das Projekt, das die EUROVIA im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamtes des Bundes umsetzt, abgeschlossen sein.
Die Instandsetzungsarbeiten stellen an Mensch und Maschine besondere Anforderungen: Alle Taucherarbeiten werden ohne Sicht ausgeführt, d.h. die Tauchergruppen müssen sich zum Einsatzort vortasten und dort die Arbeitsgeräte blind bedienen. Ferner wird auf der Plattform bei einer durchschnittlichen Windstärke von sechs (39 bis 49 km/h) und bei Strömungsgeschwindigkeiten zwischen sechs und neun m/s gearbeitet. Höchste Ansprüche werden auch an die Arbeitssicherheit gestellt, denn während der Bauausführung sollen auch der Betrieb des Eidersperrwerks sowie sämtliche Zuwegungen zu diesem beliebten touristischen Ausflugsziel aufrecht erhalten bleiben.
Schon in der Vorbereitung auf das Projekt trug die EUROVIA den umgebungs- und bautechnischen Besonderheiten Rechnung: So mussten beispielsweise die statischen Lastenannahmen für die Arbeitsplattform „nordseetauglich“ ermittelt werden, und für deren exakte horizontale Aufstellung wurde ein neues Steuerungshydrauliksystem entwickelt.





